Insgesamt vier Semester lang gab es die Projektwerkstatt Gemeinwohl-Ökonomie an der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE). In der Projektwerkstatt hat sich im Sommersemester 2024 eine Projektgruppe gebildet, die am Thema Gemeinwohl-Region interessiert war. Den Anstoß dazu gab der Gemeinwohl-Ökonomie Berlin-Brandenburg e.V., das Wissen um andere deutsche (CDU-geführte) Regionen, die sich bereits auf den Weg zur Gemeinwohl-Region gemacht hatten sowie das Wahlprogramm des Grünen Kreisverbands Barnim, die dies ebenfalls für Barnim vorschlagen. Die Zusammenfassung des Projekts findet sich untenstehend. Für alle Interessierten gibt es zudem den gesamten Projektbericht nachzulesen.
Im Laufe des Projekts wurde immer wieder klar, dass die Gemeinwohl-Ökonomie stärker in den öffentlichen Fokus gerückt werden muss. Ein zentraler Punkt dabei ist die gezielte Aufklärung über die „GWÖ“. Die Projektgruppe hat hierfür einen Flyer als ein niedrigschwelliges Kommunikationsmittel erstellt. Dabei reicht es jedoch nicht aus, lediglich ein „gutes Leben“ zu versprechen – vielmehr müssen die konkreten Vorteile für verschiedene Zielgruppen klar benannt werden. Außerdem gibt es noch viele weitere Mittel, wie Vorträge, Workshops, Infoveranstaltungen etc., die zwar höherschwellig sind, aber vielleicht auch eine höhere Effektivität mit sich bringen würden. Wenn es um gute Argumente für GWÖ geht, zeigt sich eine größere Resonanz auf der sozioökonomischen Ebene als auf der ökologischen Ebene.
Als sinnvollen nächsten Schritt schägt die Projektgruppe vor die GWÖ zunächst innerhalb der bestehenden „Bubble“ weiter zu stärken und auszubauen. Es gilt bereits aktive Stakeholder sichtbarer und hörbarer werden zu lassen. Um die GWÖ weiter in der Region zu etablieren, sollten Best Practice Beispiele aus der Umgebung identifiziert und attraktiv aufbereitet werden. Diese könnten nicht nur als Inspiration dienen, sondern auch als konkrete Beweise für die Umsetzbarkeit und den Nutzen der GWÖ-Idee. Gleichzeitig gilt es, ehrenamtliches Engagement gezielt zu fördern, etwa durch eine stärkere Vernetzung mit der GWÖ Regionalgruppe Eberswalde-Barnim und eine gezielte Einladung zur aktiven Beteiligung.
Weitere potenzielle Maßnahmen könnten sein (u.a. aus dem Austausch mit Projektpartner*innen und Gästen eines Workshops entnommen):
- Vorschlag für das Eberswalder Bürgerbudget einreichen, um Mittel für GWÖ-Lobbying, eine GWÖ-Sprechstunde oder kostenloses GWÖ-Coaching für Unternehmen bereitzustellen
- Einbindung von GWÖ-Themen in die Haushalts- und Budgetpläne auf Landkreisebene, mit einer verständlichen und praxisnahen Erklärung der Ansätze
- Erstellung einer „mundgerechten“ Kommunikation zur GWÖ, um Entscheidungsträger*innen gezielter anzusprechen und konkrete Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen.
Durch diese Maßnahmen könnte die Gemeinwohl-Ökonomie in der Region weiter gestärkt und in der Praxis verankert werden. Entscheidend ist dabei eine klare, an Zielgruppen orientierte Kommunikation und die Einbindung bereits existierender lokaler Strukturen.
Wir bedanken uns bei Madeleine Küsel, Miriam Lenz, Thore Voller und Martin Heinrich für Ihre Energie in diesem Projekt, den Tutor:innen sowie bei allen weiteren Projektgruppen der Projektwerkstatt Gemeinwohl-Ökonomie.
